Weingläser - Die Qual der Wahl?

08.02.2020 19:17

Haben Sie sich auch schon gewundert über die riesige Auswahl an Weingläsern, die heutzutage in allen Preislagen angeboten wird?

In den vergangenen Jahren haben Glasproduzenten eine enorme Vielfalt an verschiedenen Glasformen für geneigte Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber entwickelt. Je nach Hersteller kann eine Glasserie gut und gerne bis zu zehn oder mehr verschiedene Grössen und Formen umfassen. Angefangen beim Champagnerglas, gefolgt vom Weissweinglas, über das Rotweinglas - in unterschiedlichen Formen - bis hin zum Süssweinglas. Ergänzt werden die Kollektionen meist noch durch Wassergläser, Wasserbecher, Biergläser und Digestifgläser.

Ob eine vollständige Glaskollektion für jeden Weintyp Sinn macht, wage ich zu bezweifeln. Ich bin der Meinung, dass oftmals bei Spezialgläsern das Glas den Wein dominiert und man so selten die vielseitigen Nuancen der Rebsorten, der Anbauregionen, dem Terroir und der Vinifikation wahrnehmen kann, wenn man Form und Typ des Glases immer wechselt. Damit Sie sich selber einen Eindruck verschaffen können, wie gross der Einfluss des Glases auf den Wein ist, probieren Sie doch einmal bei der nächsten Flasche Wein zu Hause Folgendes aus: Verkosten Sie diesen aus verschiedenen Gläsern, die Sie in Ihrem Haushalt finden und Sie werden staunen, wie ein Weinglas die Ausbreitung der Aromen unterstützen, aber auch beeinträchtigen oder zerstören kann. Verantwortlich dafür ist vor allem die Form des Glases, wieviel Oberfläche dem Wein geboten wird, die Höhe und Breite des Glases sowie der Durchmesser der Öffnung. Aber auch die Wandstärke des Weinglases und die Länge des Stiels sind für das Trinkvergnügen wichtig.

Ein dünnwandiges Glas lässt den Rebensaft genau an den richtigen Stellen auf der Zunge auftreffen, die für die Sensorik verantwortlich sind. Mit einem dünneren Glas kann man nicht nur besser Süsse, Säure und Bitterkeit empfinden, sondern auch die Trinktemperatur, die Viskosität, die Beschaffenheit (Konsistenz) des Weins, wie zum Beispiel Gerbstoffe im Rotwein oder die Mineralität bei Weissweinen. Und nicht zuletzt wird mit einem feinen Glas auch der Trinkfluss gefördert.

Und auch der Stiel des Glases hat eine wichtige Aufgabe, er sorgt dafür, dass der Wein nicht durch die Wärme der Hände ungünstig beeinflusst wird, denn zu warmer Wein verändert die Bestandteile der darin enthaltenen Aromen nachweislich. Und auch unschöne Finger- und Handabdrücke auf dem Weinglas verhindert der Stiel. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man auch mit dem teuersten Glas den Wein nicht automatisch besser oder richtiger versteht, dazu bedarf es einiger Übung. Schöne und gute Weingläser sorgen vor allem für Respekt und Aufmerksamkeit vor dem Inhalt des Glases und bereiten dadurch Vorfreude auf den ersten Schluck.

Meine Glasfavoriten? Ich schätze im günstigen Preissegment die Power-Serie des deutschen Glasherstellers Stölzle. Das robuste und formschöne Glas bringt Wein - und auch andere Getränke - bestens zur Geltung. Wenn es ein exklusiveres Glas sein darf, ist das Universalglas von ZALTO mein persönlicher Favorit für alle Fälle. Mit diesem mundgeblasenen, hauchdünnen Weinglas lassen sich nahezu alle Weine hervorragend geniessen, egal ob Schaumwein, Rosé, Weiss- oder Rotwein.


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